Tuxguitar und Violoncello (Cello)

Töne der Leersaiten beim Cello In meinen Kommentaren habe ich heute eine Frage zu den erforderlichen Spureinstellungen für ein Cello gefunden, die ich hier gerne beantworte.

Das Cello wird auf 4 Saiten in den Tönen C - G - d - a gestimmt und im Bass-Notenschlüssel notiert. Den Tonumfang gibt mein Nachschlagewerk mit C bis e1 bzw. c2 an.

Eigentlich eine leichte Übung für Tuxguitar, oder?

Bei der Komposition beginnt die Einstellung hier bei der Auswahl des Notenschlüssels für die Komposition. Im Menue wird unter Komposition > Notenschlüssel der entsprechenden Eintrag gewählt:

Tuxguitar: Auswahl Bass-Schlüssel

Tuxguitar beherrscht zwar mehr als Violin- und Bass-Schlüssel, es ist aber immer nur eine Art von Notenzeile möglich. Die beliebte Schreibweise beim Klavier mit Violin-Schlüssel-Zeile und Bass-Zeile in einem Notensystem ist hier nicht vorgesehen, das System muß bei Bedarf in zwei Spuren getrennt werden. Der Notenschlüssel wird jeweils nur für die gerade bearbeitete Spur wirksam und für jede Spur getrennt ausgewählt.

Im nächsten Schritt werden die Spureigenschaften auf die Leersaiten des Cello angepasst:

Tuxguitar: Spureigenschaften für ein Cello

Beim Umstellen auf 4 Saiten richtet Tuxguitar automatisch die Leer-Saiten eines 4-saitigen E-Bass ein. Das Cello liegt nicht weit davon entfernt, kommt aber noch ein bischen tiefer. Die Angaben für die Tonhöhe entsprechen aber nicht den Angaben der traditionellen Musiker. Ein C0 befindet sich hier auf dem Klavier ganz links, während die Streicher diese Note eher in der Nähe des Schlosses vermuten würden. Die korrekten Einstellungen sind für ein Cello C2 - G2 - D3 - A3 (von der tiefsten zur höchsten Saite)

Auch hier gilt wieder: Beim transponieren werden die Noten gelöscht und durch Pausen ersetzt, die der Tonumfang des gewünschten Instrumentes nicht hergibt. Im Falle eines tief gestimmten Cellos kann das allerdings auch zu Noten im Bereich um den "20. Bund" führen, die auf dem Cello nicht vorhanden sind. Hört euch daher bitte die transponierten Noten genau an und transponiert ausgehend vom Original nur jeweils einmal!

Habt Ihr die Spureinstellungen erfasst, könnt Ihr auch den Guitar Tuner ( Tools > Guitar Tuner) nutzen, um das Cello mit dem Mikrofon des Computers zu stimmen. Für Streicher sollte dies aber Vorsicht genutzt werden: Der Tuner arbeitet immer mit 440 kHz als Grundton, im Orchester wird aber oft die abweichende Stimmung von 443 kHz genutzt. In diesem Fall solltet Ihr den Tuner in keinem Fall nutzen!

Damit auch die Gitarristen unter meinen Lesern sich eine Vorstellung vom Tonumfang und den Einstellungen für ein Cello machen können, gibt es hier noch eine Musterdatei mit den Cello-Einstellungen:

Cello.tg (ab Tuxguitar 1.2)

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Kommentare

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Barbara am :

Danke, jetzt klappt´s :)
Ich hab noch eine Frage: Wenn ich einen Ton einen halben Ton tiefer haben möchte, also z.B. statt einem h ein b, schreibt mir das Programm ein a# hin, und das stört mich als Klassikerin... Ich hab noch keine Möglichkeit gefunden, das umzustellen. Gibts da einen Trick?

lg, Barbara
Antwort

Uwe am :

Das liegt an der Tonart: Bei Tonarten mit b werden Verminderungszeichen und Auflösungszeichen, bei Tonarten C-dur/a-moll und allen Tonarten mit # werden jeweils nur Erhöhungen und Auflösungszeichen gesetzt.

Ich vermute mal, dass man # und b nicht mischen sollte?
Antwort

Barbara am :

Ah, jetzt versteh ich das System. Das mit dem Mischen kann man so nicht sagen. zB ist in C-Dur ein B-Dur Akkord näher als ein ais-Dur Akkord - und auch wahrscheinlicher.
Ein kleiner Exkurs dazu: In der klassischen Musik tragen Tonarten und Intervalle bestimmte Emotionen mit sich. Das kommt noch vom Barock (oder sogar von noch früher, bin mir grad nicht ganz sicher). Eine kleine Terz zb g-b löst zB ein anderes Gefühl aus als eine übermäßige Sekund g-ais, nicht nur, weil es anders aussieht, sondern auch, weil es va auf Streich- und Blasinstrumenten im Idealfall anders, also nicht in Klavierstimmung, intoniert wird. Diese Praxis kommt noch aus dem Barock, wo man versuchte, ein für Tasteninstrumente praktikables Stimmsystem zu finden (vgl pythagoreisches Tripel und pythagoreisches Komma). Genaueres zu Emotionen und Stimmungen steht zB bei Johann Joachim Quantz (Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen), Leopold Mozart (Versuch einer gründlichen Violinschule) oder auch C.P.E. Bach(Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen). Da kann man viel lesen und sehr lang drüber diskutieren... Paßt aber wohl nicht ganz hierher :)

lg Barbara
Antwort

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