Einmachglas-Aquarium

Herbstferien-Projekt: Kann man 5l-Einmachgläser ohne weitere Technik dauerhaft als Nano-Aquarium nutzen?
5l-Einmachgläser als Walstad-Aquarium
Vorweg ein Hinweis: Ein derartig kleiner Behälter ist nicht für die Haltung von Fischen geeignet.

Mit dem Lesen des Buchs "Das bepflanzte Aquarium" von Diana Walstad kam bei mir die Idee auf, die dort beschriebenen Techniken und Zusammenhänge in einem Nano-becken zu prüfen. Aus meinen Erfahrungen mit Nano-Aquarien weiß ich, dass diese kleinen Beckengrößen sämtliche Effekte verstärken und damit schneller zu einem Ergebnis führen. Dieses kann durchaus auch ein Totalverlust des Beckeninhalts sein.

Begonnen habe ich mit drei 5l-Einmachgläsern mit Bügelverschluss. Die Gläser wurden mit heißem Wasser gereinigt und als unterste Lage kam eine Schicht ungedüngte Garten-Komposterde ins Glas. Die Erdschicht wurde mit ca. 2-3cm feinem Aquarienkies abgedeckt. Insgesamt hat der Boden damit eine Schichtdicke von 5cm.

Für die Bepflanzung habe ich ein günstiges Set aus 5 Sorten Stengelpflanzen bestellt, hinzu kam ein Topf Anubias barteri var. nana (Zwergspeerblatt). Die Pflanzen wurden in Gruppen auf die Gläser verteilt und möglichst am Rand eingesetzt. Im Linken Glas wurde etwa ein Viertel der offen gelassen und dafür die Anubie mittig plaziert, das rechte Glas wurde komplett rundherum bepflanzt.

Das mittlere Glas auf dem Bild hat zusätzlich noch eine verkümmerte Cryptocoryne Wendtii, eine Mini-Cryptocoryne (Cryptocoryne parva) und eine arg mitgenommene Valisnerie abbekommen. Alle Pflanzen in diesem Glas habe ich aus laufenden Aquarien entnommen, in denen ihnen durch Goldfische oder Nährstoffmangel arg zugesetzt wurde.

Auf Hardscape, wie man heute Dekosteine und Wurzelholz nennt, habe ich bewußt verzichtet. Die Deko würde einen Teil des Bodens nach oben abdecken und isolieren. Ledigliche eine Anubia nana hat einen kleinen porösen Brocken Vulkangestein als Anker bekommen. Auf der Oberfläche hat sich in allen Gläsern ein wenig Entengrütze eingeschlichen, im mittleren Glas habe ich diese wieder abgesammelt.

Die Bepflanzung und spätere Wartung der Gläser erfolgt mit Pinzetten und Scheren, wie man Sie zum Aquascaping einsetzt. Wasserwechsel mache ich mit einem 4/6mm-Luftschlauch und ein Set Plastik-Eßstäbchen benutze ich für feine Arbeiten und Korrekturen in den Gläsern. Bis auf eine gesteuerte künstliche Beleuchtung mit Zeitschaltuhr verfügen die Gläser über keinerlei Technik. Wasserwechsel mit reinem Leitungswasser erfolgen nach Bedarf, die Gläser werden nicht künstlich gedüngt.

Als Tiere habe ich ein paar Schnecken mit den Pflanzen eingeschleppt und Daphnien (Wasserflöhe) eingesetzt. Die Daphnien stammen aus einer Packung Lebendfutter und dienen mir als Indikator für die Wasserqualität. Die Tiere sind ein wichtiger Bestandteil eines sogenannten Walstad-Aquariums, da einige Nährstoffe über die Fütterung eingebracht werden und die Stoffwechselprodukte von den Pflanzen abgebaut werden sollen.

Das Bild zeigt die Gläser nach 30 Tagen.

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