Notenarchiv: PDF auf iPad und Co

iPad oder Tablet-PC im Proberaum: Es gibt immer mehr Möglichkeiten sich Noten am Bildschirm zu lesen. Gerade die Tablet-Mode mit der großen iPad-Modewelle scheint sich für die Notensammlung geradezu anzubieten. Leider führen eigene Versuche oft zu Enttäuschungen, wenn die Ziele falsch gesetzt sind. Sehen wir uns das mal genauer an:

Notenarchiv oder Noten in Papier?Die meisten Noten liegen immer noch in Papierform vor und hier hat sich ein DIN A4-Format durchgesetzt. A4-Notenblätter bieten genug Platz um einen Song auf 3 bis 4 Seiten komplett darzustellen und dabei auch auf dem Notenständer gut lesbar zu bleiben. Es gibt auch andere, kleinere Formate, die (außer vielleicht für Gesangbücher) nicht genutzt werden.

Um ein Songbook zu digitalisieren, bietet es sich an die Seiten mit einem Scanner einzulesen und als PDF-Datei zu speichern. Das Format ist zukunftssicher, in sich geschlossen, transportabel und auf den meisten Plattformen gut lesbar. Das Seitenformat bleibt erhalten und auch ein späterer Ausdruck ist meist besser lesbar als eine direkte Kopie einer Notenseite.

Ein gescanntes PDF speichert die Seiten als Bilder, so eine PDF-Datei ist nchts anderes als ein Fotoalbum für Noten. Im Gegensatz zu Büchern im ePub-Format lassen sich Bilder nicht umbrechen: Die Anzeige am Monitor kann nur vergrössert oder verkleinert werden, kann sich aber nicht dynamisch an die Spaltenbreite anpassen. Die Qualität der Anzeige hängt damit immer auch von der Bildschirmgröße und Auflösung ab.

Zeigt man sich so eine eingescannte A4-Notenseite z.B. auf einem iPad an, ist die Anzeige gestochen scharf. Leider sind die Noten und die Zahlen in der Tabulatur so klein, dass die Noten bei ganzseitiger Anzeige nicht flüssig lesbar sind. Die Anzeige reicht um sich in ein Stück einzulesen, vom Blatt spielen, kann man damit aber nicht. Die ganzseitige Anzeige wird auch auf einem 11-Zoll Tablet nicht besser. Zum Spielen vom Blatt ist ein Tablet-PC nicht geeignet.

Ein digitales Notenarchiv verfolgt einen anderen Zweck: Lege Dir eine Notensammlung an und drucke Dir genau das eine Stück aus, das Du gerade üben willst. Ein zusätzlicher Ausdruck für andere Bandmitglieder ist jetzt auch kein Problem mehr, im Gegensatz zu einer Kopie von einer Kopie bleibt die Qualität der Ausdrucke immer gleich. Auch von iPad und Co kann man sich einzelne Seiten ausdrucken, wenn ein passender Drucker in der Nähe ist.

Wenn Du ein Stück bereits spielen kannst, reicht der Blick in die Datei um Dir fehlende Stellen schnell noch einmal nahe zu bringen oder Du druckst die Seiten noch mal aus. Nicht mehr benötigte Übungsbögen kannst Du sammeln oder besser im Altpapier entsorgen. Du sparst Dir den Stauraum für die dicken Notenbücher, das Ausdrucken einzelner Stücke ersparst Du Dir aber nicht. Digitalisierte Notenseiten und iPad verträgt sich nicht wirklich gut.

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